Zum Inhalt
Die Universitätsbibliothek Potsdam ist die größte wissenschaftliche Bibliothek des Landes Brandenburg. Sie versorgt als zentrale Infrastruktureinrichtung Forschende, Lehrende und Studierende der Universität Potsdam mit Literatur und weiteren Informationsressourcen. Interessierten anderer Potsdamer und Berliner Hochschulen und außeruniversitärer Einrichtungen sowie Bürgern der Region steht sie ebenfalls offen.

 


Wikipedia:  

Struktur und Organisation


Als sog. "einschichtiges" Bibliothekssystem mit einheitlicher Leitung und zentraler Mittelzuweisung organisiert, sind die drei Bereichsbibliotheken der UB Potsdam der Streulage der Universität entsprechend dezentral angesiedelt. Die geisteswissenschaftlichen Bestände befinden sich vorwiegend im Weltkulturerbe Park Sanssouci am Neuen Palais, die Bestände der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften auf dem Campus Babelsberg-Griebnitzsee, die human- und naturwissenschaftliche Literatur im Wissenschaftspark Golm. Der Universitätsbibliothek angegliedert sind das Universitätsarchiv und der Universitätsverlag.


Geschichte




Bereichsbibliothek Babelsberg Haus 5

Die Universitätsbibliothek Potsdam wurde im Jahr 1991 gegründet als Bibliothek der ein Jahr nach der Wiedervereinigung Deutschlands neu gegründeten Universität Potsdam. Sie integriert Bestände von Vorgängereinrichtungen wie der Pädagogischen Hochschule Karl Liebknecht am Neuen Palais und der Babelsberger Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR. Seit Jahren in ständig wechselnden Gebäuden angesiedelt, konnte die Bibliothek erst seit kurzem funktional ausgestattete Räume beziehen: 2000 in Babelsberg eine attraktiv umgebaute ehemalige Lagerhalle des Deutschen Roten Kreuzes, 2006 am Neuen Palais eine um ein gläsernes Gebäude erweiterte und neu gestaltete Remise am südlichen Wirtschaftsgebäude des Schlosses. Seit 2011 ist der erste genuine Bibliotheksbau in der Geschichte der Universität, ein Informations- und Kommunikationszentrum im Wissenschaftspark Golm, fertiggestellt. Der moderne Zweckbau (6.800 qm HNF, 1 Mio Bände Stellkapazität) ist mit Veranstaltungs-, Einzelarbeits- und Gruppenarbeitsräumen, großzügigen Lesezonen sowie Rara- und Multimediabereich ausgestattet.


IKMZ - Neubau Golm


Bestand und Nutzung


Mit einem Bestand von ca. 1,3 Mio Bänden, rund 2.850 gedruckten und 8.000 elektronischen laufenden Zeitschriften sowie einer Vielzahl von Datenbanken und E-Books gehört die Universitätsbibliothek Potsdam zu den mittelgroßen UBs in Deutschland. Sie ist Mitglied des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV), der sie im Bereich des elektronischen Publizierens unterstützt und Partner des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV), in dessen Verbunddatenbank GVK sie katalogisiert (OPAC und an dessen Online-Fernleihe sie sich beteiligt. Das Suchportal DigiBib des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen (hbz) ermöglicht die Metasuche über einen großen Teil ihrer gedruckten und digitalen Ressourcen.

In den Aufbaujahren der Hochschule konnte die UB auf der Grundlage der im Rahmen des Hochschulbauförderungsgesetzes (HBFG) bundes- und landesseitigen Büchergrundbestandsförderung (1991-2002) einen Kernbestand an Literatur für Forschung und Lehre aufbauen, der heute konsequent vervollständigt wird. Der Bestand umfaßt Literatur aller Wissenschaftsgebiete gemäß der Ausrichtung der Universität als Hochschule mit vollem Fächerspektrum (außer Medizin) und interdisziplinärem Anspruch. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die im Hochschulentwicklungsplan 2008 definierten Exzellenz- und Profilbereiche (Kognitionswissenschaften, Empirische Bildungswissenschaften, Kulturelle Begegnungsräume, Public Policy and Management, Komplexe Systeme, Erdwissenschaften, Functional Ecology and Evolution, Plant Genomics/Systems Biology, Functional Soft Matter) sowie der Bereich der Jüdischen Studien.

Die Bestände der UB Potsdam sind etwa zur Hälfte im Freihandbereich aufgestellt, nach der in Deutschland weit verbreiteten Regensburger Verbundklassifikation (RVK). Ein kostenloser interner Leihverkehr ermöglicht die Bestellung von Literatur von einem Bibliotheksstandort zum anderen. Insgesamt werden jährlich rund 670.000 Entleihungen von mehr als 22.000 aktiven Nutzern getätigt.

Eine Effizienzsteigerung und verbesserte Servicequalität wurde erreicht durch die Einführung von RFID (Radio Frequency Identification). Seit 2011 sind die Freihandbestände aller Standorte mit Transpondern ausgestattet, die den Nutzern die beschleunigte Verbuchung bei der Selbstausleihe sowie die vollautomatische Medienrückgabe ermöglichen.

Den Leserinnen und Lesern stehen zurzeit insgesamt 740 Arbeitsplätze im Rahmen des Bibliothekssystems zur Verfügung, davon 160 mit PC und Katalog- und/oder Internetzugang.


Sondersammlungen


Die Universitätsbibliothek Potsdam besitzt wertvolle Judaica- und Hebraica-Sammlungen, insbesondere: Weiterhin sind im Bestand der Bibliothek historische Werke aller Wissenschaftsdisziplinen aus dem 17. und 18. Jahrhundert vertreten, die mittelfristig und in Auswahl einer Digitalisierung zugeführt werden sollen.

Seit 2009 integriert die UB Potsdam die Spezialbibliothek des ehemaligen Forschungszentrums Europäische Aufklärung (F.E.A.). Sie bietet in digitaler Form den Gesamttext der "Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste" an, einer der wichtigsten deutschsprachigen Zeitschriften der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die im Rahmen eines DFG-Projekts durch das ehemalige F.E.A. erschlossen wurde.

Als Dauerleihgabe betreut die Universitätsbibliothek die Bibliothek der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, zu deren Bestand eine bedeutende geologische Kartensammlung gehört.

Die UB Potsdam ist darüber hinaus Depotbibliothek der Vereinten Nationen.


Universitätsarchiv


Das Universitätsarchiv ist 1991 hervorgegangen aus dem Archiv der Brandenburgischen Landeshochschule, dessen unmittelbare Vorgängereinrichtung das Archiv der Pädagogischen Hochschule "Karl Liebknecht" in Potsdam war. Dieses Hochschularchiv wurde im Jahre 1966 eingerichtet und war sowohl Verwaltungs- als auch Endarchiv. Die heute im Universitätsarchiv vorliegenden Archivalien umfaßen ca. 1.800 laufende Meter und reichen zurück bis in das Jahr 1948, dem Gründungsjahr der ersten Brandenburgischen Landeshochschule. Das Archiv verwahrt u.a. die Akten folgender ehemaliger Einrichtungen: Das Universitätsarchiv ist ein öffentliches Archiv. Es hat die Aufgabe, die an der Universität entstehenden Unterlagen von bleibendem Wert zu übernehmen, zu erschliessen, zu erhalten und ggfs. zu veröffentlichen.


Universitätsverlag


Die Publikationstelle der Universitätsbibliothek Potsdam, 1998 gegründet, ist ein integrierter Servicebereich für Print- und E-Publishing, der die Zuständigkeiten für Universitätsverlag, Dokumentenserver, Universitätsbibliographie und Tauschstelle bündelt. Der Universitätsverlag steht mit seinem gedruckten und elektronischen Angebot für die uneingeschränkte und nachhaltige Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Potsdam gemäß den Grundsätzen von Open Access, die der Senat der Universität in seiner Resolution vom 17.05.2006 bestätigt hat. Mit der Veröffentlichung und Verbreitung von qualitätsgeprüften Inhalten hat er sich als Plattform für wissenschaftliches Publizieren etabliert, die die Sichtbarkeit der hochschuleigenen Forschung erhöht. Neben Veröffentlichungen in Textform treten nun auch verstärkt multimediale Publikationen wie Aufzeichnungen von Antrittsvorlesungen, digitale Musikarchive u.a. in den Vordergrund, die auf dem von der UB betriebenen universitären Multimediaserver angeboten werden.

Der Universitätsverlag ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage. Im Jahr 2008 hatte er über 400 lieferbare Titel im Programm, bestellbar über den eigenen Webshop und den Buchhandel. 80% seiner Produktion liegen parallel online im Volltext auf dem Publikationsserver für Textdokumente, der 2008 insgesamt ca. 2.500 frei zugängliche Publikationen von Universitätsangehörigen archiviert. Die Universitätsbibliographie weist über 16.000 Veröffentlichungen von Potsdamer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach und wächst jährlich um ca. 1.200 neue Publikationen an.

Siehe auch

Liste deutscher Bibliotheken

Quellen

Deutsche Bibliothekstatistik http://www.hbz-nrw.de/angebote/dbs/

Handbuch der historischen Buchbestände http://de.wikipedia.org/wiki/Handbuch_der_historischen_Buchbest%C3%A4nde

Literatur

Manfred Görtemaker (Hrsg.), Die Universität Potsdam : Geschichte - Bauten - Umgebung, Berlin 2001. ISBN 3-8305-0230-3.

Nathanael Riemer, Die Judaica- und Hebraica-Bestände der Universitätsbibliothek Potsdam, In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Heft ¾, 2006, S. 165-168.

Links

Webpräsenz der Universitätsbibliothek http://info.ub.uni-potsdam.de/index.php

Publikationsserver http://info.ub.uni-potsdam.de/publikationsserver.php

Universitätsverlag/Webshop http://info.ub.uni-potsdam.de/publika/tsuche.htm

Universitätsarchiv http://info.ub.uni-potsdam.de/archiv.php