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Zehn Fragen für ein Buch – Geographien des Fußballs

Jan L. Wilhelm. Foto: Lenja Wilhelm.

Jan L. Wilhelm. Foto: Lenja Wilhelm.

Zehn Fragen für ein Buch – gestellt an Dr. Jan Lorenz Wilhelm, Autor von „Geographien des Fußballs“. Universitätsverlag Potsdam, 2018.

Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?

Mein Buch führt die beiden Begriffe Fußball und Geographie zusammen. Es unterbreitet verschiedene Angebote, wie Fußball aus geographischer Perspektive betrachtet und erforscht werden kann. Dabei interessiert sich die Geographie, einfach formuliert, für Raumbezüge und Raumbedeutungen, und diese treten im Fußball in Hülle und Fülle in Erscheinung, wie zum Beispiel in der Autobiografie von Günter Netzer mit dem Titel „Aus der Tiefe des Raumes.“ 

Wie ist es entstanden?

Das Buch hat einen ungewöhnlichen Entstehungskontext. Es ist aus einer Seminarserie heraus entstanden. Nach meiner Dissertation hatte ich Lust, Leidenschaft und Fachdisziplin explorativ in Form eines Projektseminars im Master zusammenzubringen. Gemeinsam mit unseren Studenten habe ich mich also auf den Weg gemacht, ein bisher aus geographischer Perspektive wenig erforschtes Feld zu erkunden. Das Projektseminar stieß auf große Resonanz. Aus einem Projektseminar wurden vier Projektseminare und an unserem Institut wurden plötzlich nicht nur Modularbeiten zum Thema Fußball geschrieben, sondern auch Bachelor- und Masterarbeiten zu „Geographien des Fußballs“ verfasst. Dieses Buch soll nun eine Auswahl dieser wunderbaren Arbeiten würdigen und aufzeigen, wie Fußball mit Geographie verbunden werden kann.

Warum ist Ihr Buch wie kein anderes?

Bisher gibt es erstaunlich wenige Publikationen zu „Geographien des Fußballs“ und mir ist kein Buch bekannt, das in ähnlicher Form Beiträge zusammenstellt.

Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?

Open access ist für mich ein ganz zentraler Zugang in die wissenschaftliche Publikationswelt. Der Universitätsverlag bietet diesen wunderbaren Service und ermöglicht darüber, dass auch Studenten als wichtige Zielgruppe des Buchs einen einfachen kostenlosen Zugang erhalten.  

Wer sollte Ihr Buch lesen?

Wie gerade erwähnt, richtet sich das Buch vorrangig an Studenten, genauer an Geographiestudenten. Darüber hinaus richtet es sich an alle Fußballinteressierten, die sich verwundert fragen mögen, was Fußball mit Geographie zu tun haben könnte.

Was lesen Sie selbst?

Neben Fachliteratur zu den Themen „Gefühlsräume“, „Emotionen und Raum“ sowie „körperzentrierte Stadtentwicklung“ lese ich gerne das Magazin „11 Freunde“ oder das NULLDREI-Stadionheft.  
Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?
Spaß macht natürlich, das Endergebnis in den Händen zu halten. Auch die vielen durch meine Kollegin Ute Dolezal entworfenen Grafiken haben Spaß und Freude bereitet. Ansonsten war bei dem Buchprojekt auch viel Geduld notwendig, was zu einer deutlich längeren Buchprojektzeit geführt hat, als ursprünglich geplant.  

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gut ist Ihr Buch?

Das finde ich schwer zu beantworten.

Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen?

Preis für die Verbindung von Leidenschaft und Wissenschaft bzw. Leidenschaft und Lehre.

Und nun noch drei Sätze zu Ihnen …

Ich wohne seit 2004 gemeinsam mit meiner Frau und unseren vier Kindern in Babelsberg, nicht weit vom Karl-Liebknecht-Stadion entfernt. Nachdem ich mich zunächst wissenschaftlich viel mit Steuerung und Evaluation von Stadtentwicklung auseinandergesetzt habe, erforsche ich aktuell, wie Raumbindungen, Raumatmosphären und Körperresonanzen erfasst und in Veränderungsprozessen – zum Beispiel bei der Entwicklung von Stadtarealen, eines Stadions oder der Bewältigung eines Traumas – mitberücksichtigt und genutzt werden können.

„Zehn Fragen für ein Buch“ öffnet die Tür zum Potsdamer Universitätsverlag und stellt regelmäßig Neuerscheinungen vor. „Geographien des Fußballs“ ist hier online verfügbar. Weitere Neuerscheinungen aus dem Universitätsverlag hier.

Zum vorherigen Artikel aus der Reihe


Text: Jana Scholz
Online gestellt: Jana Scholz
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de